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Zwiegenähte Bergschuhe – 3 Dinge, die Dir ein Verkäufer niemals erzählen wird

Er ist nicht mehr modern,  der zwiegenähte Schuh. Das ändert aber nichts an der einzigartigen Qualität. Was sind die Vorteile dieser Verarbeitungstechnik? Werfen wir einmal einen Blick hinter die Kulissen.

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Was sind die Vorteile von zwiegenähten Bergschuhen?

  • Atmungsaktivität auch bei den schwersten Ledern
  • Feuchtigkeitsaufnahme des Lederfutters und ständige Verdunstung nach außen
  • ständige Anpassung an den Fuß, da kein Gummirand da ist, der das verhindert
  • Kein Gummirand kann sich lösen oder spröde werden
  • Meist werden noch Leder-Brandsohlen verwendet. Diese bewirken durch Feuchtigkeits-Aufnahme ein angenehmes Klima im Schuh

Sind zwiegenähte Bergschuhe stabiler als geklebte Modelle?

Das lässt sich so nicht sagen. Die Qualität, und damit auch die Lebensdauer, hängt von zwei Faktoren ab. Nicht nur die Verarbeitung, sondern auch die verwendeten Materialien haben Einfluss darauf. Einen großen Unterschied macht zum Beispiel, ob Leder von der Spaltinnenseite oder von der Narbe (Außenseite) der Tierhaut verwendet wird. Narbenleder ist um einiges strapazierfähiger.

Für zwiegenähte Bergschuhe können speziell gegerbte Leder verwendet werden, die mit Öl gepflegt werden. Diese sind meist sehr robust und hochwertig. Darauf würde aber ein Geröllschutzrand aus Kunsttoff nicht halten. Dieser schützt den Schuh vor Geröll oder anderen äußeren Einflüssen. Es gibt also Vor- und Nachteile.

HINWEIS: Auch bei zwiegenähten Bergschuhen sollte die Profilsohle nach 8 -10 Jahren erneuert werden. Die Gummimischung der Sohle verliert über die Jahre an Elstizität und wird zwangsläufig spröde. Das vermindert die Haftung auf nassem Untergrund.

Moderne Bergschuhe werden fast nur noch geklebt. Das ist weniger Aufwand und somit kostengünstiger. Durch ausgereifte Herstellungsmethoden sind aber auch diese Schuhe mittlerweile sehr robust. Von hohen Temperaturen sollte man geklebte Schuhe allerdings fernhalten.  Nach 6-7 Jahren besteht das Risiko, dass sich die Weichmacher in den Klebstoffen verflüchtigen und sich Klebestellen lösen. Geklebte Schuhe solltest Du auch nur mit Wachs und nie mit Ölen oder Fetten behandeln.

Wie werden zwiegenähte Bergschuhe hergestellt?

Ein Schuh besteht aus der Sohle und dem Schaft. Jeder Schuhmacher steht vor dem Problem diese zu verbinden. So haben Schuh-Hersteller verschiedene Methoden dafür entwickelt. Die Zwienaht gehört zu den aufwendigsten davon. Ihren Ursprung hat diese Machart in den Alpenländern. Dort waren die Bergbauern auf haltbares Schuhwerk angewiesen.

Jetzt zur Herstellung:

„Original Zwiegenähte“  darf sich ein Schuhmacher nur unter bestimmten Voraussetzungen auf seine Schuhe schreiben. Dabei muss:

  • an den Riss der Brandsohle das Schuhfutter, das Oberleder und der Rahmen angenäht sein
  • das Oberleder sowie der Rahmen nach außen gearbeitet und mithilfe einer Doppelnaht mit der Laufsohle verbunden werden

Wie kommt der Schuster zu diesem Ergebnis?

  • Zuerst wird der Schaft durch eine Naht mit der Brandsohle verbunden. Dabei muss die Einstechnaht gleichzeitig den Rahmen erfassen. Dieser wird danach winkelförmig mit dem Schaft nach außen umgelegt.
  • Der Rahmen muss dann noch durch eine zweite Naht mit der Zwischensohle vereint werden. So entstand der Begriff „Zwiegenähte“: auf dem Rahmen sind zwei Nähte sichtbar.

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