6 Tipps: Daunenschlafsack richtig waschen

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Kennst du das: Du kommst von der Tour nach Hause, stopfst die Kleidung der vergangenen Woche in die Waschmaschine und räumst alles wieder an seinen Platz. Leider müffelt aber auch der Schlafsack und sieht ziemlich platt und trostlos aus.

Rein in die Waschmaschine damit… Stopp, da war doch was… Darf ein Daunenschlafsack überhaupt in die Waschmaschine? Das wird bestimmt kompliziert…

Keine Sorge: Du bist damit nicht allein. Wir haben nachfolgend 6 Tipps, mit denen deine Mission einfacher wird als du glaubst. Alles, was du benötigst, ist etwas Muskelkraft und Geduld.

1. Tipp: Allgemeine Pflege des Schlafsacks

Der Schlafsack ist bei mehrtägigen Touren dein wichtigster Begleiter. Am wichtigsten ist für ihn nach einer zusammen verbrachten Nacht frische Luft. Drehe ihn einfach auf links und hänge ihn in die Sonne. So kann der Wind ihn trocknen und die Sonne entfernt dir kostenlos alle Keime.

Siehst du einzelne kleine Verschmutzungen, kannst du sie meist mit etwas lauwarmem Wasser entfernen. Auch Spülmittel oder Reisewaschmittel* können dir dabei helfen. Du kannst solche Verschmutzungen aber auch durch einen Hüttenschlafsack oder ein Schlafsack-Inlay* vermeiden. Dieses ist um einiges einfacher zu reinigen.

Aber manchmal reichen alle diese Methoden nicht mehr aus, damit der Schlafsack wieder frisch riecht. Auch wenn die Daunen mit der Zeit an Bauschkraft verlieren, ist eine Wäsche fällig.

2. Tipp: Gute Vorbereitung

Ob dein Schlafsack von Mammut, Vaude, der Bundeswehr oder sonst wem ist: Deinen treuen Begleiter einfach in die Waschmaschine zu stopfen ist tatsächlich keine so gute Idee. Überprüfe ihn erst einmal auf Risse oder Löcher. Beim Waschen könnten sich solche Stellen sonst noch verschlimmern.

Bei teilweisen Verschmutzungen sollten diese zuerst einmal vorbehandelt werden. Auch dafür kannst du Spülmittel oder ein Handwaschmittel* nehmen.

Wusstest du schon?

In Südamerika haben wir von den Einheimischen gelernt, dass man mit Kokosseife* auch die stärksten Verschmutzungen natürlich entfernen kann. Seitdem ist sie bei uns immer im Haus!

Bevor es weitergeht, drehe deinen Schlafsack am besten auf links, also die Innenseite nach außen.

3. Tipp: Maschinenwäsche… aber richtig

Ja, die Waschmaschine nimmt uns schon so einiges an Arbeit ab. Wenn deine sechs bis sieben Liter Fassungsvermögen hat, kannst du deinen Synthetikschlafsack tatsächlich darin waschen.

Für den Daunenschlafsack empfiehlt sich tatsächlich eher die Handwäsche. Er wird eine Maschinenwäsche auch überstehen, allerdings leiden die Daunen darunter. Solltest du dich trotzdem für die Maschinenwäsche entscheiden, ist es wichtig, dass du Daunenwaschmittel nutzt. Andere Waschmittel entfernen den empfindlichen Fettmantel, der sich auf den Daunen befindet und verklumpen diese. Das hat wiederum ziemliche Auswirkungen auf die Bauschkraft deines Schlafsacks.

Nutze ein spezielles Daunenwaschmittel, damit der Fettmantel nicht entfernt wird.Pin
Nutze ein spezielles Daunenwaschmittel, damit der Fettmantel nicht entfernt wird.

Wie du dir wahrscheinlich schon gedacht hast, werden Schlafsäcke im Schon- oder Feinwaschprogramm gewaschen. Du solltest auf keinen Fall mehr als 40 °C einstellen und ihn einmal zusätzlich durchspülen lassen. Nur so werden alle Waschmittelreste aus den Daunen entfernt.

Daunenschlafsäcke können sehr viel Flüssigkeit speichern. Du kannst den Schlafsack deshalb auch schleudern lassen. Allerdings nur mit maximal 400 Umdrehungen pro Minute. Schleudere ihn lieber länger, dafür nicht so stark. Danach kannst du den Schlafsack auf einem Wäscheständer komplett trocknen lassen. Am besten in der frischen Luft, aber nicht in der prallen Sonne.

Weitere Details zu den Waschmaschineneinstellungen findest du bei Punkt 6.

4. Tipp: Handwäsche

Um deinen Schlafsack von Hand zu waschen, fülle deine Badewanne bis zum Ellenbogen mit lauwarmem Wasser. Gebe dann etwas Daunenwaschmittel dazu. Wenn du deinen Kunstfaserschlafsack oder Baumwollschlafsack wäschst, kannst du auch Feinwaschmittel nutzen, aber niemals Weichspüler!

Auch den Packsack kannst du übrigens mit in die Wanne legen. Normalerweise stinkt der nämlich genauso wie der Schlafsack selbst… 😉

Jetzt geht es ans Kneten und Massieren… Drücke alle Luft heraus und achte darauf, dass er sich komplett mit Wasser vollsaugt. Danach kannst du ihn einfach eine Weile einweichen lassen.

Jetzt wird’s anstrengend… Drücke den Schlafsack kräftig aus, so, dass so viel Wasser wie möglich herauskommt.

Achtung!

Schlafsäcke niemals auswringen. Dabei können Nähte oder auch das Material reißen.

Spüle dann einige Male durch. Am abfließenden Wasser kannst du sehen, ob sich noch Waschmittelreste oder Schmutz im Material befinden. Vor allem für die Daunen ist es wichtig, dass kein Waschmittel zurückbleibt.

Bis dein Daunenschlafsack wieder trocken ist, wird es eine Weile dauern. Rechne mit etwa ein bis zwei Wochen. Schlafsäcke aus anderen Materialien sind meistens schon nach einigen Tagen wieder einsatzbereit. Überprüfe genau, ob er wirklich komplett durchgetrocknet ist, bevor du ihn wieder in den Beutel stopfst oder ihn in den Schrank legst. Sonst entsteht ziemlich schnell Schimmel oder zumindest Modergeruch.

5. Tipp: In den Trockner

Es ist natürlich auch möglich den Schlafsack in den Trockner zu stecken. Wichtig ist dabei, dass er davor gut ausgeschleudert oder vorgetrocknet wurde. Sonst kann es passieren, dass das Füllmaterial klumpt.

Auch beim Trocknen gilt: so wenig Hitze wie möglich. Lieber länger auf niedriger Temperatur trocknen als schnell und heiß.

Wusstest du schon?

Um ein noch besseres Ergebnis zu erzielen, kannst du auch vier oder fünf Tennisbälle mit in die Trommel geben. Diese ziehen die Feuchtigkeit an, lösen verklumpte Daunen und machen den Schlafsack damit schön bauschig.

6. Tipp: Warum die Luft deinem Schlafsack gut tut

Damit der Schlafsack nachher wieder schön luftig und bauschig wird, ist es wichtig, dass er in Ruhe trocknen kann.

Dafür kannst du ihn waagerecht auf einen Wäscheständer legen und in der Badewanne oder im Garten aufstellen. So kann er am Anfang noch tropfen.

Natürlich wird es schneller trocknen, wenn er in der prallen Sonne liegt. Allerdings schwächt das Sonnenlicht das Gewebe. Deshalb ist es besser, wenn der Wäscheständer im Schatten steht.

Falls sich einzelne Klumpen gebildet haben, kannst du diese während des Trockenprozesses von Hand lösen. Wenn du das immer wieder machst, trocknet der Schlafsack auch umso schneller.

Hier noch ein paar Tipps zum Waschen eines Daunen- oder Kunstfaserschlafsacks:

DaunenschlafsackKunstfaserschlafsack
WaschmaschineMind. 7 Liter
Höchstens 40 °C
Schonwaschgang
Sanft schleudern, 400 Umdrehungen
Mind. 7 Liter
Höchstens 40 °C
Schonwaschgang
Sanft schleudern, 400 Umdrehungen
Von HandHöchstens 40 °C
Sanft kneten, nie wringen
Gut ausspülen
Höchstens 40 °C
Sanft kneten, nie wringen
Gut ausspülen
WaschmittelDaunenwaschmittelFeinwaschmittel
TrocknerMind. 7 Liter
Höchstens 30 °C
Trocknungsdauer 8-10 Std
4-5 Tennisbälle dazugeben
Mind. 7 Liter
Höchstens 30 °C
Trocknungsdauer 4-8 Std
LufttrocknenSchatten
Täglich Klumpen ausklopfen, wenden
Trocknungsdauer bis zu 2 Wochen
Schatten
Täglich Klumpen ausklopfen, wenden Trocknungsdauer 4-5 Tage

Fazit

Geschafft. Solltest du keine Badewanne, keine Waschmaschine und auch keinen Trockner haben, muss dein Schlafsack allerdings nicht schmutzig bleiben. Du kannst ihn natürlich auch vom Spezialisten reinigen lassen. Viele Geschäfte bieten spezielle Daunenbehandlungen an. Das hat allerdings meistens seinen Preis.

Wir hoffen, dass wir dir damit weitergeholfen haben. Falls du noch Fragen, oder eine Idee hast, kannst du uns gerne einen Kommentar dalassen.

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Samuel und Anja: Autoren von Berginstinct

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